Von Göttern und Giganten

und deren erbitterten Kampf, berichtet das Fries des imposanten Pergamonaltars, welchen wir als Teil des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel bestaunten.

Foto: Sabrina Jaehn
Foto: Sabrina Jaehn

Ob Asteria und Phoibe, Aphrodite, Artemis, Apollon oder Kybele – die trotz einiger Schäden beeindruckende, riesige Darstellung der antiken Mythenwesen ließ uns ehrfurchtsvoll zu ihnen aufschauen. Jedoch nicht ohne uns mit den geschichtlichen Hintergründen und der griechischen Mythologie zu befassen und vor allem eines: Fragen zu stellen! Was verbindet uns mit der Abbildung dieser gigantischen Gestalten längst vergangener Zeit? Inwiefern ist die heutige Anordnung der Fragmente des im 2. Jahrhundert v. Chr. entstandenen Frieses im Vergleich zur urprünglichen Form verändert worden? Welche Teile wurden nachgebildet? Ist die Zuordnung der Namen korrekt oder kann diese aufgrund von Leerstellen und zerstörten Körperteilen gar nicht mehr mit Gewissheit erfolgen? Und nicht zuletzt: Wie wird der Saal mit dem Pergamonaltar, der momentan noch zum Weltkulturerbe zählt, in Zukunft aussehen, wenn die Umbauarbeiten im Zuge des „Masterplans Museumsinsel“ abgeschlossen sind? Der Umbau fordert ein weiteres Mal die Entscheidung: Überschreibung oder Erhaltung? 

Fotos: Sabrina Jaehn

Während Lisa-Marie George in „Ein Mythos der Gegenwart“ nach der Bedeutung des Mythos für ihre Lebenswelt fragt und dabei zu einem klaren Standpunkt im Umgang mit Orten des kollektiven Gedächtnisses findet, nähert sich Kim Leidig mit „Gigantomachie“ auf lyrische Weise den Götter- und Gigantendarstellungen und wirft die Frage nach der Berechtigung des Standortes Deutschland auf.